Der erste Thementag nach der Eröffnung des fclr2016 durch die multimediale Lesung von Herrn Ergün-Hamaz ist dem Thema ‘Islamophobie’ gewidmet.

Wir erleben spätestens seit den immer noch regelmäßig stattfindenden Demonstationen von PEGIDA und Co immer offener geäußertes Misstrauen, Argwohn und Haß gegen Menschen, die als ‘anders’ definiert werden. Negativ betroffen davon sind alle, die eben als ‘anders’ definiert werden; in besonderem Maße scheinen jedoch Ressentiments gegenüber Musliminnen und Muslimen und gegenüber Menschen, denen dieses Merkmal aufgrund phänotypischer Merkmale einfach zugeschrieben wird, wieder salonfähig zu werden.

Wir freuen uns deshalb über Vorträge, die sowohl die historische Rolle des Islam und der islamischen Welt beleuchten, als auch über einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion, die sich der bestehenden und zunehmenden Diskrimierung von tatsächlichen oder als solchen gelabelten Musliminnen und Muslimen widmen und Lösungsansätze aufzeigen wollen.

Auf folgende Veranstaltung könnt Ihr Euch freuen!


09.00 – 17.00 Uhr / Seminarraum 301 / WiWi, Uni Passau / Workshop / Anmeldung erbeten

Critical Whiteness Workshop

Nachdem glokal e.V. mehrere Jahre für das zfs Critical Whiteness Workshops angeboten und durchgeführt hat, freuen wir uns erneut auf einen spannenden Workshop, der darauf zielt, die eigene (sofern durchs ‘Weißs-Sein’ definiert -> ‘Critical Whiteness’) Positionierung innerhalb einer von Machtstukturen dominierten Umwelt wahrzunehmen und im besten Fall ergebnisoffen darüber nachzudenken, ob man persönlich damit einverstanden ist und falls nicht, welcher Handlungsimpetus sich daraus ergibt, was also dagegen getan werden kann.

Der Workshop wird geleitet von glokal e.V. , einer Organisation aus Berlin, welche sich der machtkritische Bildungsarbeit und Beratung verschrieben hat.

Anmeldung bis zum 13. Mai unter contreleracisme-passau@riseup.net wäre prima. Wir freuen uns über rege Teilnahme.


18.00 Uhr / Hörsaal 3 (Philosophicum, Uni Passau) / Vortrag

İbrahim Bahçi /Uni Münster

“Vergangene Zukunft” – Die welthistorische Bedeutung des Islams

Vorurteile gegenüber der islamischen Welt sind seit dem 11. September 2001 scheinbar integraler Bestandteil heutiger moderner Gesellschaften, vor allem in sogenannten westlich-abendländischen.
Davon betroffen sind nicht nur Menschen, die sich zu dem muslimischen Glauben bekennen, sondern auch Menschen, denen Religiosität aufgrund von äußerlichen Merkmalen, Herkunft oder Kultur zugeschrieben wird.
Der Islam wird häufig mit Terrorismus, Gewalt, Hass und Unterdrückung assoziiert oder gar darauf beschränkt, selten wird jedoch seine  welthistorische Bedeutung betrachtet.  Daher freuen wir uns, Ibrahim Bahci in Passau begrüßen zu dürfen.
Er wird in einer historischen Betrachtung die Bedeutung und den Einfluss des Islams und der Islamischen Welt auf gerade für die europäische Geschichte wegweisende Ereignisse darlegen. Bahci zufolge wären die Reformation, die Renaissance mit ihrer Belebung antiken Erbes, die Entstehung der modernen Wissenschaften und die Aufklärung ohne den Einfluss der islamischen Kultur- und Wissenschaftstradition kaum denkbar gewesen.

Wir freuen uns auf den spannenden Vortrag, der den Einfluss des Islams, insbesondere auf der europäischen Kulturraum, beleuchten wird.

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18.00 Uhr / Hörsaal 4 (Philosophicum, Uni Passau) / Vortrag

Constantin Wagner / Uni Frankfurt

Ressentiments gegen Muslime

Ressentiments gegen Muslime haben im europäischen Kontext eine lange Geschichte und werden in der Gegenwart in unterschiedlichen Kontexten reproduziert. In dem Vortrag soll herausgearbeitet werden, wie die aktuelle Wahrnehmung von ‘Islam’ und ‘Muslimen’ entsteht und welche Mechanismen hierfür verantwortlich sind. Ressentiments gegen Muslim*innen werden dabei als eine (spezifische) Form von Rassismus verstanden – die analysierten grundlegenden Mechanismen funktionieren auch in  Bezug auf andere ‚markierte‘ Gruppen. Insofern ist eine kritische Beschäftigung mit der Islamwahrnehmung auch als Form einer allgemeinen rassismuskritischen Auseinandersetzung zu verstehen. Aktuelle Darstellungen – v.a. aus den Massenmedien – sollen daraufhin befragt werden, inwiefern hier eine Rassismusreproduktion stattfindet.


20.00 Uhr / 8 pm / Hörsaal 5 (WiWi, Uni Passau) / Panel discussion
with:
Sultan Doughan / Anthropologin / UC Berkeley
Nedžad Moćević / Referent, Trainer und Berater in den Bereichen Interkulturalität und Extremismus / Salzburg
Moderation: Joshua Amrhein / Passau

„After 9/11, Paris and Köln: Islamophobia – a growing phenomenon?“
After the Paris attacks, some French Muslims report feeling stigmatized and mistrusted. The French Premier Manuel Valls has suggested denaturalizing criminal citizens with a dual nationality, which affects up to 90% of French Muslims. In the U.S., Republican presidential candidate Donald Trump has threatened not to let Muslims enter the country any more. Reports on the influx of mostly Muslim refugees into Europe often connect this topic to terror threats. In Germany, anti-Muslim prejudice is shown on the streets by groups like PEGIDA and in parliaments by politicians from the AfD, CSU and other parties. This panel discussion will explore discrimination against Muslims and how it can be dealt with or overcome.

The discussion will be in English. Questions and audience participation are welcome!