Die entwicklungs-, macht- und rassismuskritische Organisation Glokal wird uns mit Anwesenheit zwei ihrer Referent*innen beehren, die zwei Workshops anbieten werden: am Donnerstag, 19. Mai, einen Critical Whiteness Workshop und am Freitag, 20. Mai, einen Empowerment Workshop, der ausschließlich an People of Color gerichtet ist.

Glokal hat in den vergangenen Jahren pro Semester einen Critical Whiteness Workshop über das Zentrum für Schlüsselqualifikationen (zfs) angeboten. Nachdem seit einem Jahr kein offener Workshop dieser Art angeboten wurden, freuen wir uns auf eine Neuauflage.

Wir, das Team des fclr2016 , das überwiegend aus in einem politischen Sinne ‘Weißen’ Student_innen besteht, haben im Februar gemeinsam einen solchen Workshop « durchgearbeitet ». Die Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzten, gingen zum Teil weiter und tiefer als erwartet und die Beantwortung der aufgeworfenen Fragen brauchte und braucht die Offenheit, eigenes Verhalten, Vorstellungen und Haltungen kritisch zu hinterfragen und sich seiner Privilegien bewusst zu werden. Dies ist ganz grob auch die Inhaltbeschreibung des Critical Whiteness Workshops.

Der zweite Workshop legt den Fokus auf Empowerment-Konzepte. Empowerment-Konzepte fordern und fördern das Einnehmen einer Perspektive auf Fähigkeiten und individuelle wie kollektive Ressourcen sowie das Vertrauen in die Fähigkeiten der Selbstwirksamkeit. Der Workshop richtet sich ausschließlich an People Of Color. Wer sich dadurch benachteiligt fühlt, bitte nihct traurig sein: das restliche Programm ist auch noch richtig gut 🙂

Mehr Infos zu den Workshops findet Ihr untenstehend.

Für die bessere Planung der Workshops erbeten wir uns eine Anmeldung bis zum 14. Mai unter contreleracisme-passau@riseup.net.

Wir freuen uns über rege Teilnahme!

Euer team:fclr2016


Donnerstag, 19. Mai:

9 – 17 Uhr / WiWi 301 /  Workshop
glokal e.V.
Critical Whiteness Workshop
Sogenannte ‚Weiß-Seins-Studien‘ sind in der deutschsprachigen Forschungs- und Aktivist_innen-Landschaft ein recht junges Phänomen, das an postkoloniale, rassismuskritische und historisch-kritische Forschungsfelder anknüpft. Es geht um die Auseinandersetzung mit der (ggf. eigenen) ‚Weißen‘ Positionierung in gesellschaftlichen und sozialen Machtstrukturen und das Hinterfragen von Privilegien. Anmeldung erbeten.


Freitag, 20. Mai:

9 – 16 Uhr / WiWi 301 / Workshop
glokal e.V.
Empowerment Workshop für People Of Color
Dieser Workshop ist ein sog. Safe Space für Menschen, die selbst Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben . Viele Menschen bezeichnen sich aufgrund dieser Erfahrungen als ‚Schwarze Menschen’ oder ‚People of Color‘. Wenn Dir dieses Konzept neu ist und Du nicht weißt, ob Du dich selbst als POC bezeichnen würdest, beantworte für dich folgende Fragen. Dieser Ansatz ist von weltwärts in color, vielen Dank dafür!

Kennst du das…

  • …wenn Du ständig gefragt wirst, wo Du « ursprünglich » herkommst?
  • …wenn Dir gesagt wird: « Du sprichst aber gut Deutsch! »?
  • …wenn Leute fragen, ob Du Rhythmus im Blut hast?
  • …wenn Du im Klassenzimmer sitzt und alle Dich angucken, wenn es um das Thema Afrika, Asien oder Lateinamerika geht?
  • …wenn Leute Dich fragen, ob Dein Kopftuch ein Zeichen Deiner Unterdrückung ist?
  • …wenn Dir jemand ungefragt in die Haare fasst?
  • …wenn Du nicht weißt, wo Du hingehörst, weil Du in Deutschland als « Ausländer_in » und im Ausland als « der/die Deutsche » bezeichnet wirst?

Wenn Du diese Fragen mit ja beantworten kannst, dann hast Du bereits Erfahrungen mit Rassismus gemacht!

Der Begriff Empowerment bedeutet Ermächtigung, die eigenen Stärken zu erkennen, eigene Kompetenzen einzusetzten, diese in Gruppenprozesse einfließen zu lassen, um schließlich gesellschaftliche und soziale Veränderungen zu bewirken. Dem Empowermentgedanken liegt als Motiv zugrunde, die eigene Kraft (wieder) zu gewinnen oder andere zu ermächtigen, als Stärkung von Menschen, Gruppen oder Regionen.

Das Konzept basiert auf normativ-ethischen Grundüberzeugungen die miteinander in Bezug stehen. Es fordert und fördert zunächst eine konsequente Ressourcenorientierung, nämlich die Abkehr vom Defizit-Blick auf Menschen oder Gruppen und das Einnehmen einer Perspektive auf ihre Fähigkeiten und Ressourcen sowie das Vertrauen in die Fähigkeiten der Selbstwirksamkeit. Das bedeutet auch den Verzicht auf entmündigende Expertenurteile und pädagogische Zuschreibungen von Hilfebedürftigkeit. Es fordert und fördert weiterhin den Respekt vor der Autonomie der jeweiligen Lebenswelten der Menschen und der Wertschätzung von Differenz und Gemeinsamkeiten. Empowerment fordert und fördert das engagierte Eintreten für soziale Gerechtigkeit, den Abbau von Strukturen sozialer Ungleichheit und der Orientierung an einer Stärkung unveräußerlicher demokratischer Partizipationsrechte.

Begrenzte Platzzahl, also nichts wie ran an den Speck. Anmeldung erbeten unter contreleracisme-passau@riseup.net.